Mimimi war gestern – So überwindest du deine Mindfucks!

Mimimi war gestern – So überwindest du deine Mindfucks!

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Susanne Schwarz ist Life Coach und Bewerbungstrainerin. In ihren Coachings hilft sie Menschen bei Veränderungsprozessen. Ein Thema, das dabei immer wieder eine entscheidende Rolle spielt: sogenannte Mindfucks, Selbstblockaden, die dich einschränken und dich davon abhalten, dich wirklich voll zu entfalten. Im Interview erzählt Susanne, woher diese Mindfucks kommen und wie du ihnen begegnen kannst, um das Leben zu leben, das du leben willst.

Mehr über Susanne erfährst du auf ihrem Coachimo-Profil!

Liebe Susanne, erzähl doch mal: Wer bist du und was zeichnet dein Coaching aus?

Ich wohne in Berlin, bin 45 Jahre alt und habe einen 14-jährigen Sohn. Was mein Coaching angeht: Zu mir kommen Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern möchten, sei es beruflich oder privat. In erster Linie soll Coaching mit mir Spaß machen – auch wenn es zum Teil harte Arbeit ist und wir an Grenzen und manchmal auch darüber hinaus gehen. Ich glaube fest daran, dass das Wissen, wie mein Coachee zum Ziel kommt, in ihm selbst schlummert. Als Coach helfe ich nur, die Schichten, die über der Erkenntnis liegen, zu entfernen. Zudem lege ich großen Wert auf die Betrachtung der Auswirkungen der angestrebten Veränderungen. Also: Welche Konsequenzen könnten die Veränderung für Familie oder Beruf haben.

Ein Thema, mit dem du dich in deinen Coachings besonders beschäftigst, ist

das Thema Mindfucks. Erkläre doch mal: Was genau ist denn ein Mindfuck?

Unter Mindfucks verstehen wir das Phänomen von Selbstblockaden. Petra Bock hat den Begriff der Mindfucks geprägt, klingt ja auch lustiger. Andere sprechen von blockierenden Gedankenmustern, von inneren Kritikern oder Wächtern. Letztendlich ist es das, was uns hemmt. Weswegen wir uns etwas nicht trauen, obwohl wir es eigentlich doch wollen. Und weswegen wir Veränderungen, die wir uns eigentlich wünschen, nicht angehen.

Woher kommen diese Selbstblockaden?

Das ist nicht ganz klar. Vermutlich entstehen sie in der Kindheit und frühen Jugend. Beobachten wir Kleinkinder, so fällt auf, dass einer der häufigsten Sätze lautet: „Ich kann das selber.“ Eltern kann das ganz schön zur Verzweiflung treiben. Eine typische Reaktion darauf ist deshalb die Antwort „Das kannst du noch nicht, dafür bist du zu klein.“ Zudem warnen Eltern ihre Kinder oft vor möglichen Gefahren: „Kletter nicht so hoch, du könntest fallen!“ oder „Fahr nicht so schnell mit dem Dreirad!“ Eltern tun das, weil sie wissen, dass Kinder Risiken und deren Folgen noch nicht abschätzen können. Sie kennen ihre eigenen Grenzen und die anderer noch nicht. Es ist daher für Kinder zum Teil lebensnotwendig, auf potentielle Gefahrenquellen hingewiesen zu werden. Alles also gut gemeint. Gleichzeitig werden so aber auch Mindfucks gelegt.

Welche äußeren Einflüsse können Blockaden noch begünstigen?

Auf ältere Kinder und Jugendliche prasselt noch mehr Feedback von der Außenwelt ein. Etwa wenn die Eltern Druck ausüben („Nun sei doch nicht so schüchtern!”) oder Vergleiche anstellen („Schau doch mal, wie schön Klaus schon schwimmen kann!“). Hinzu kommt negatives und verletzendes Feedback von anderen Kindern und Jugendlichen: „Du bist doof, mit dir wollen wir nicht mehr spielen!“, „Bist du hässlich mit deiner Zahnspange!“ etc. Diese Rückmeldungen über die eigene Unvollkommenheit schaffen weitere Mindfucks. Und schließlich können sich Blockaden auch noch im Erwachsenenalter entwickeln – durch Kollegen und Vorgesetzte, aber auch durch Freunde und Partner. Das führt dazu, dass wir an unserem Wert und unserer Vollkommenheit zweifeln.

Wie findet man denn heraus, was einen hemmt?

Viele sind sich ihrer Hemmungen nicht bewusst. Sie handeln und leben unbewusst danach und tragen das Gefühl, nicht liebenswert zu sein, zu schüchtern zu sein, zu irgendwas zu sein, permanent in sich herum. Es ist ein schwieriger Prozess, dem zu begegnen. Wichtig ist, genau hinzuhören, wenn man merkt, dass einen etwas hemmt. Was sagt die Stimme konkret? Was will sie mir vermitteln? Wenn ich mir das aufschreibe und dadurch visualisiere, verlieren die Stimmen häufig ihren Schrecken. Dann kann ich mit ihnen arbeiten. Diese bewusste Herangehensweise schafft schon eine wichtige Erkenntnis.

Wenn man dann weiß, was einen hemmt – wie geht es weiter?

Wie heißt es so schön: Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Und genau darum geht es. Wir sprechen hier von einer so genannten Dissoziation. Indem wir die Stimmen benennen, sie aufschreiben, ihnen vielleicht sogar Namen geben, ihnen Attribute zuweisen, über sie in der dritten Person sprechen, gewinnen wir den nötigen Abstand und bewegen uns auf einer Metaebene. In diesem dissoziierten Zustand können wir sogar manchmal über sie lachen. Zudem können wir mehr über sie erfahren – und darüber, wovor sie uns schützen wollen. Wenn wir das wissen, können wir entscheiden, ob wir im jeweiligen Moment ihren Schutz brauchen oder uns einfach nur freundlich bei ihnen bedanken möchten. Denn es ist wichtig zu wissen: Diese Mindfucks gehören zu uns, sie sind Teil von uns und wir werden sie immer haben. Die Frage ist nur, wer die Oberhand hat – die Mindfucks oder Ich.

Hast du vielleicht eine kleine Übung, mit der man seine Mindfucks zu überwinden lernt?

Eine schöne Übung ist folgende: Wenn wir eine negative Stimme hören, überlegen wir uns, was wir eigentlich brauchen, um das zu tun, was wir tun wollen, obwohl die Stimme uns daran hindern will. Manchmal ist es Mut, manchmal Zuversicht oder was ganz anderes. Dann überlegen wir uns drei Ereignisse, an denen wir genau diese Fähigkeit schon einmal bewiesen haben. Wann war ich schon mal mutig? Vielleicht bin ich als Kind schon mal vom Drei-Meter-Brett gesprungen, obwohl mir die Knie gezittert haben? Ich selber erinnere mich daran, wie ich mal vom Pferd gefallen bin. Mein Reitlehrer hat mich gezwungen, wieder aufzusitzen, obwohl ich echt Schiss hatte – aber ich habe meinen ganzen Mut zusammengerafft und mich getraut. Wenn wir nur lange genug suchen und auch ein bisschen in der Vergangenheit kramen, finden wir diese Beispiele.

Letztlich geht es also darum, zu erkennen, dass man schon alles in sich hat, um die inneren Hürden selbst zu überwinden?

Ja genau. Es geht um die Erkenntnis, dass wir vollkommen sind. Dass wir alles in uns tragen, was wir brauchen. Dass wir uns der Palette von Fähigkeiten häufig einfach nur nicht bewusst sind, sie aber entdecken und freilegen können. Als ob man auf der Suche nach einer Quelle ist: Wir müssen nur an der richtigen Stelle tief genug bohren, dann finden wir sie auch. Es ist harte Arbeit und manchmal auch schmerzhaft, sich mit den eigenen Mindfucks auseinanderzusetzen. Es ist aber ein ungemein befreiendes Gefühl, wenn man dann in einer Situation ist, in dem der Mindfuck aufpoppt, man ihn als solches erwischt und man trotzdem entspannt reagieren kann: Ach, lieber Mindfuck, da bist du ja wieder! Danke, dass du mich warnen willst, aber ich nehme jetzt meinen Mut und mache es trotzdem. Weil ich es so will!

Welche drei Hashtags beschreiben dich und dein Coaching am besten?

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