Wie du negative Glaubenssätze los wirst und dein volles Potenzial entfaltest

Wie du negative Glaubenssätze los wirst und dein volles Potenzial entfaltest

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„Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe“ – so lautet nicht nur ein Buch von Katrin Seifarth. Mit diesem Motto ist auch ein zentrales Thema ihres Coachingschwerpunkts umrissen. Denn in ihren Sitzungen unterstützt sie ihre Coachees immer wieder dabei, die negativen Glaubenssätze abzulegen, damit sie ihr volles Potenzial entfalten und ein zufriedeneres Leben führen können. Was es mit diesen negativen Glaubenssätzen auf sich hat und wie man sie los wird, das erzählt Katrin im Interview.

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Liebe Katrin, wo liegen deine Coaching-Schwerpunkte?

Meine Schwerpunkte liegen bei Frauen und Müttern, die beruflich vorankommen oder einfach nur zufriedener sein wollen. Aber ich coache natürlich auch Männer. Bei sämtlichen Coachings arbeite ich viel an den Glaubenssätzen der Klienten, denn das ist oft der Schlüssel zur Lösung.

Wie bist du zu dem Thema „Glaubenssätze“ gekommen?

Ich habe als Trainerin angefangen und mich immer gewundert, warum Seminarteilnehmer Inhalte nicht nachhaltig umsetzen können. Ein Beispiel: Bei Zeitmanagement-Seminaren habe ich an die Teilnehmer appelliert, einmal 20 Prozent der Aufgaben liegen zu lassen und sich auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren. Da gab es bei manchen Teilnehmern eine riesige „Ja-Aber-Salve“. Das waren die Perfektionisten. Wenn ich aber einem Perfektionisten sage, er solle mal 80/20 machen, bekommt er fast körperliche Schmerzen. In seiner Welt geht das nicht, weil er tief in seinem Innern ganz fest verwurzelt hat, dass er alles perfekt machen muss. Und mir ging es als junge Mutter genauso, denn ich glaubte fest, dass eine Mutter zu ihrem Kind gehört und nicht ins Büro. Erst wenn ich solche fundamentalen Grundüberzeugungen auflösen kann, kann ich den Weg zu mehr Erfolg und innerer Zufriedenheit frei machen.

Du hast dich in deinem Coaching auf Frauen spezialisiert. Haben Frauen stärker mit negativen Glaubenssätzen zu kämpfen als Männer?

Ja und Nein. Beide haben limitierende Glaubenssätze. Viele Menschen, egal ob Frau oder Mann, haben zum Beispiel den Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein oder es nicht wert zu sein. Mangelndes Selbstvertrauen und mangelnder Selbstwert sind oft tief in Menschen verwurzelt und behindern sie. Das ist also keineswegs nur für Frauen ein Problem.

Was machen Männer dann anders beziehungsweise besser?

Männer haben oft hilfreichere Kompensationsstrategien. Sie haben von klein auf gelernt, über ihre Schwächen hinweg zu blöffen und einfach mal so zu tun, als könnten sie alles. Mädchen hingegen thematisieren ihre Probleme und Schwächen. Wenn kleine Jungen und Mädchen im Park vor einem Baum stehen, sagen die Mädchen oft: „Ich traue mich nicht hoch zu klettern, ich lasse das lieber“, während Jungen zwar die Hose gestrichen voll haben, aber klettern. Die Blöße würden sie sich nicht geben. Diese Vorgehensweise ist oft von Vorteil, es sei denn sie überschätzen sich komplett, dann ist es gefährlich. Neben den Kompensationsstrategien kommt hinzu, dass Frauen oft andere Glaubenssätze haben als Männer, die teilweise stärkere Erfolgsverhinderer sind, so etwa Sätze wie: „Ich bin für alles verantwortlich“ und „Ich muss es allen Recht machen.“ Durch solche Sätze stellen Frauen ihre eigenen Bedürfnisse und Ziele hinten an, und das führt zwangsläufig zu weniger Erfolg und weniger Zufriedenheit.

Sind Glaubenssätze denn grundsätzlich schlecht?

Überhaupt nicht, viele sind sogar gut. Sie sind unsere inneren Antreiber, sie geben uns unsere Richtung vor und sorgen dafür, dass wir mit unseren Werten im Einklang leben oder dass wir unsere Stärken kennen. Ein Satz wie: „Ich bin kommunikativ“ ist ein herrlicher Glaubenssatz. Schlecht sind nur die Glaubenssätze, bei denen wir spüren, wie sie uns behindern. Sie fangen meist ab mit „Ich kann nicht…“, „Ich darf nicht…“ oder „Ich muss….“. Und oft sind Glaubenssätze jahrelang gut für uns und irgendwann schaden sie uns und kleben uns wie ausgelatschte Schuhe an den Hacken.

Hast du ein Beispiel dafür, wie sich ein positiver Glaubenssatz in einen negativen verwandeln kann, wenn die Lebensphase sich ändert?

Perfektionismus oder der Wunsch nach Kontrolle sind zwei Beispiele. Habe ich den Glaubenssatz „Ich muss alles perfekt machen,“ oder den Satz „Ich muss immer den Überblick haben“, so können diese für uns hervorragend funktionieren und uns sogar ein Gefühl von absoluter Zufriedenheit geben, etwa im Studium oder in Berufen, in denen es auf Genauigkeit ankommt. Wenn eine Pilotin bei der Landung 80/20 macht, ist das zum Beispiel keine gute Idee. Da muss jeder Handgriff sitzen. Hat die Pilotin nun eine Familie und möchte, dass zu Hause alles genauso perfekt ist und dass sie jederzeit über alles und jeden die Kontrolle hat, wird dieser Glaubenssatz zum Albtraum. Es wird ihr nicht gelingen, weil ihr Umfeld komplexer geworden ist. Überträgt sie also diesen Anspruch in ihr inzwischen komplexeres Privatleben, wird sie permanent einem Idealbild hinterherhinken, das nicht erreichbar ist. Und dieses Defizit gegenüber den Erwartungen an sich selbst wird nicht nur sie selbst unzufrieden machen, sondern auch ihr privates Umfeld stressen.

Wie finde ich denn heraus, welche negativen Glaubenssätze ich mit mir herumschleppe?

Oft ist das der schwierigste Teil und ein Coach kann hier eine hilfreiche Begleitung sein. Aber es gibt auch eine einfache Übung, die jeder selbst durchführen kann, indem er den Satz vervollständigt: „Ich würde ja gerne, aber…“ Was auch immer hinter dem „Aber“ steht, ist schon oft der Glaubenssatz. Verspüre ich also ein Bedürfnis, kann es aber nicht erreichen, weil ich gleichzeitig eine innere Bremse wahrnehme, dann kann dieses Sätze-Vervollständigen schon ein guter Indikator sein. Typisch für Mütter ist etwa der Satz: „Ich würde ja gerne arbeiten, aber…“ Für viele lautet das Satzende: „... aber ich muss mich um die Kinder kümmern.“ Ist das der Fall, kann ich mich im Folgenden fragen: „Und wenn ich mich nicht drum kümmern würde, was wäre dann?“ Oft kommen wir so Mustern auf die Schliche. Zum Beispiel dem Wunsch, gesellschaftlichen Ansprüchen zu genügen, oder der Angst, nicht gut genug zu sein, der Angst Loszulassen und zu Delegieren, etc.

Und was kann ich tun, um den negativen Glaubenssatz loszuwerden?

Mir ist lieber davon zu sprechen, einen neuen positiven Glaubenssatz zu verankern. So werde ich den alten oft gleich mit los. Da gibt es viele Möglichkeiten. Ich arbeite oft mit Techniken im Unterbewussten, die zurück zur Entstehung des Satzes gehen und ihn an dieser Stelle auflösen und durch einen neuen ersetzen. Das geht normalerweise recht schnell. Wenn jemand selbst etwas tun möchte, besteht die Möglichkeit, einmal in seinem Leben zurückzublicken, wo man den negativen Glaubenssatz mal nicht oder dessen Gegenstück schon gelebt hat, um den Fokus dann mehr auf die Ausnahmen davon zu richten. Diesen kleinen Beweis kann ich dann in die Zukunft mitnehmen und jeden Tag einmal bewusst den neuen Glaubenssatz mit Leben füllen, zum Beispiel: Einmal am Tag bewusst eine Aufgabe delegieren, einmal am Tag einfach mal etwas zu tun, obwohl ich an meinen Fähigkeiten dafür zweifle, etc. Diese kleinen täglichen Erfolge sollte ich mir dann immer bewusst machen und sie feiern. Bis das zum Automatismus wird, dauert es mindestens vier bis sechs Wochen. Unsere Glaubenssätze sind träger als unsere Bauchmuskeln und ein Sixpack kann einfach trainiert werden. Aber, wenn ich es erst einmal geschafft habe, einen neuen Glaubenssatz zu verankern, habe ich immensen Rückenwind!

Welche drei Hashtags beschreiben dich und dein Coaching am besten?

in die Stöckelschuhe, aus den Hemmschuhen, endlich durchstarten