Kan Yu: Der Ursprung des Feng Shui

Kan Yu: Der Ursprung des Feng Shui

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Andrea Schmidt ist Mediationslehrerin und Architektin. In ihrem Coaching verbindet sie beide Aspekte, indem sie Bewusstsein für Raum schafft und die Menschen bei ihrer persönlichen Veränderung unterstützt. Eine Lehre, die bei ihren Coachings von zentraler Bedeutung ist, ist das chinesische Kan Yu. Im Interview mit Coachimo erklärt sie, was es mit der Lehre auf sich hat, wie ein typisches Coaching abläuft und bei welchen Herausforderungen Kan Yu helfen kann. So viel sei vorab gesagt: Kan Yu ist mehr als „nur“ Feng Shui und: es kann in den unterschiedlichsten Lebenslagen angewendet werden, auch wenn der Coachee zuvor noch nie von der Lehre gehört hat.

Mehr über Andrea und ihr Coaching erfahrt ihr außerdem auf ihrem Coachimo-Profil.

Was genau ist Kan Yu?

Kan Yu ist eine alte chinesische Weisheitslehre, die Tiefenbewusstsein vermittelt. Wörtlich übersetzt bedeutet Kan Yu „Der Weg des Himmels und der Erde“. Für mich liegt der Ursprung von Kan Yu im Tao, in einer Lehre also, die davon ausgeht, dass alles miteinander verbunden ist, dass letztlich alles eins ist. Im Kan Yu werden selbst Himmel (Seelenebenen) und Erde zu einer Einheit. Die Meditation ist das Werkzeug des Kan Yu, über sie erfahren wir diesen unendlichen inneren Raum.

Meine Arbeit führt mich immer wieder nach China, hier arbeite ich mit Prof. Zhu von der Yangzhou Universität zusammen. Er hat mal eine Gruppe seiner Studenten über Kan Yu recherchieren lassen. Sie fanden nur wenig Aufgeschriebenes. Eine sehr wichtige Erkenntnis allerdings gab es: Kan Yu ist der Ursprung aller Richtungen des Feng Shui.

Was sind die Unterschiede von Feng Shui und Kan Yu?

Jedes Feng Shui ist immer ein Teil der „Kan Yu“-Lehre. Was Feng Shui und Kan Yu meines Erachtens unterscheidet: Die „Feng Shui“-Lehren haben im Gegensatz zum Kan Yu den Weg verlassen, die Energieflüsse tatsächlich wahrzunehmen. In den meisten „Feng Shui“ -Lehren werden Energieflüsse aufgrund von Regeln angenommen. Es wird Vorort so gut wie nie überprüft, ob diese Regel in der individuellen Situation auch tatsächlich stimmt. Zum Beispiel gibt es eine Regel, dass die Energie durch die Eingangstüre in die Wohnung oder das Büro einströmt. Das stimmt jedoch nur in 20 Prozent aller Fälle. Hier ist dann bei dem weiteren Vorgehen schon die Basis falsch.

Viele Feng Shui Berater gehen auf die Barrikaden, wenn ich das sage, und es gibt jedes Mal spannende Diskussionen, doch sie lassen sich schnell überzeugen, wenn sie bereit sind, sich auf den tatsächlichen Energiefluss einzulassen und ihn wahrzunehmen.

Hast du ein konkretes Beispiel für die Unterschiede im Kan Yu und im herkömmlichen Feng Shui?

Ein anschauliches Beispiel ist die Umsetzung in der Raumbehandlung. Durch das Tiefenbewusstsein im Kan Yu entwickelst du eine Transformationskraft, die dich befähigt Energien zu verändern, aufzulösen und zu transformieren – oder wenn es nicht anders geht auch umzulenken. Ein Beispiel: Wenn die Energie einer Wasserader deinen Schlafplatz stört, kannst du diese Energie transformieren, sodass sie nicht mehr negativ wirkt. Im Feng Shui wird dir empfohlen dein Bett umzustellen. Dies bedeutet aber nichts anderes als der Störung auszuweichen – was oft aus Gründen der Raumgröße gar nicht möglich ist. Durch das reine Ausweichen hat keine wirkliche Heilung stattgefunden, denn die Energien wirken ja trotzdem weiter, egal, wo das Bett steht.

Wie bist du selbst zu Kan Yu gekommen?

Das sind eigentlich unterschiedliche Faktoren gewesen, die zusammengesehen den Weg gebahnt haben. So bin ich schon als 16-Jährige mit der Wünschelrute über die Felder gelaufen. Die Reaktionen der Rute waren sehr spannend. Noch spannender fand ich aber, was in mir selbst geschieht, bevor die Rute ausschlägt. Zudem habe ich im Kampfsport Meditation kennengelernt und diese Technik dann genutzt, um mich selbst zu ergründen.

Und schließlich war ich als Kind geplagt von vielen Allergien und fürchterlich genervt von den Vermeidungsstrategien, die man als Allergiker anwendet. Es gibt dabei so vieles, was man nicht soll oder darf. Bei der Allergie ging es ums Vermeiden, bei der Meditation und im Kampfsport um Integration. Ich habe mich für den Weg der Integration entschieden.

Während meines Architekturstudiums lernte ich dann meinen Lehrer kennen, der mir zeigte, wie über Meditation das eigene innere Wissen hervorgelockt werden kann. Das Thema Kan Yu wurde dabei für mich immer mehr und immer deutlicher erfahrbar.

Wie wirkt Kan Yu und bei welchen Problemen kann es helfen?

Kan Yu ist in seinem Ursprung frei und deshalb auch nicht abhängig von einem System. Es kann also bei den verschiedensten Problemen helfen. Denn: Kan Yu lehrt dich Energien jeglicher Art wahrzunehmen und zu nutzen. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Energien von Orten, Räumen oder von Menschen handelt. Das ist übrigens noch eine weitere Besonderheit zum Feng Shui: Kan Yu schaut sich immer auch die Energien der Menschen an.

In dem erlernten Tiefenbewusstsein hast du eine größere Sichtweise auf die Situationen und die Aufgabenstellungen. Du kannst dir das wie ein „Auszoomen“ aus deinem Problem vorstellen. Je tiefer das Bewusstsein eines Coachs ist, desto größer ist die Sicht auf das Problem und die Transformationskraft, die er hervorbringen kann. Desto größer ist dann auch seine Heilkraft für Menschen, Orte oder Räumlichkeiten.

Das bedeutet aber nicht, dass ein einziger „Kan Yu“-Coach alle Probleme lösen kann. Im Zentrum für Kan Yu sind wir mehrere Coachs. Jeder hat seinen speziellen Bereich. Während eine Kollegin sich eher um Gesundheitsfragen kümmert, ein anderer Kollege Kommunikationstrainings durchführt, interessieren mich als Meditationslehrer vorwiegend das Visionscoaching und als Architektin natürlich die Raumwirkungen.

Wie sieht dein typischer Coachee aus?

Da gibt es zwei unterschiedliche „Typen“, zwischen denen ich unterscheide: zum einen den Coachee und zum anderen den Auftraggeber für Raumbehandlungen. In dem ersten Fall sind es vorwiegend Unternehmer oder Führungskräfte, die sich persönlich weiter entwickeln wollen. Im zweiten Fall sind es Unternehmen oder Privatleute, deren Raumstrukturen ich analysiere, gestalte oder umbaue und energetisch behandle.

Muss ich als Coachee bereits Vorkenntnisse in der Meditation haben, um Kan Yu erfolgreich nutzen zu können?

Nein, du brauchst noch nicht einmal das Wort zu kennen. Die meisten Coachees oder Auftraggeber haben auch noch nie vorher meditiert. Das ist nicht wichtig. Ich selbst rede selten über Kan Yu oder Meditation im Coaching. Es ist das Normalste der Welt, es ist eine ganzheitliche Schau, die den Begriff „Ganzheitlichkeit“ ernst meint. Diese Selbstverständlichkeit überträgt sich nach kurzer Zeit auf den Coachee, sodass er, sobald er seine erste geführte Meditation gemacht hat, sich wundert, wie einfach das ging und wie deutlich er den Effekt spürt.

Wie läuft eine typische Sitzung ab und wie viele Sessions sind in der Regel erforderlich, um meine spezifischen Probleme zu lösen?

Auch hier möchte ich trennen in Coachings und in Raumbehandlungen.

In beiden Fällen findet immer ein unverbindliches und kostenloses Vorgespräch statt. Bei einem Coaching ist der weitere Ablauf relativ einfach: Wir vereinbaren einen Termin und nach der Besprechung des Problems arbeiten wir gemeinsam an der Lösung. Dies erfolgt durch geführte Meditationen, systemischen Aufstellungen oder anderen Techniken. Wichtig dabei ist, dass der Coachee immer aktiv beteiligt ist. Er wird in dieser kurzen Zeit befähigt, mit Hilfe seiner eigenen Energien die Themen aufzulösen. Da wir uns auf den Ebenen des Tiefenbewusstseins befinden, geschieht dies meist schon in einer, maximal zwei Sitzungen.

Das Tiefenbewusstsein darf man dabei aber nicht mit einer Art Trance oder ähnlichem verwechseln. Das hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Es findet zu jeder Zeit – auch in den Meditationen- eine Gesprächssituation statt, in der jeder zu jeder Zeit voll in seinem Bewusstsein bleibt. Die meisten Klienten sagen im Nachhinein zur Arbeit des Kan Yu, dass wir dort anfangen, wo andere am Ende ihrer Möglichkeiten sind.

Und wie sieht eine typische Raumbehandlung aus?

Bei den Raumbehandlungen erfolgt eine energetische Analyse des Raums, die sowohl natürliche Energien (Wasseradern, Erdgitternetze u.a.), physikalische Energien (Elektrosmog), als auch karmische Strukturen (Geschichte der Räumlichkeiten) und das Wesen des Ortes in seinen Qualitäten berücksichtigt. Dabei werden die Energien von störenden Einflüssen transformiert und aufgelöst. Das Ergebnis wird in einem Maßnahmenkatalog mit verschiedenen Skizzen, Zeichnungen und Texten festgehalten.

Wird ein Gestaltungskonzept gewünscht, erarbeite ich dieses auf der Grundlage der Analyse. Dann erfolgt eine Umsetzung durch das Unternehmen oder durch die Privatperson. Zum Schluss findet eine energetische Raumbehandlung statt, in der das gesamt Energieniveau auf das der Nutzer angehoben wird. So entsteht ein wahrhaftiger Ort der Kraft. Insgesamt bin ich dann zwei bis drei Mal Vorort gewesen. Bei Baumaßnahmen natürlich sehr viel öfter.

Welche drei Hashtags beschreiben dich und dein Coaching am besten?

OrtderKraft, Raumwirkung, Lebensvision