5 Anzeichen, dass du Burnout-gefährdet bist

5 Anzeichen, dass du Burnout-gefährdet bist

Coachimo Coach Wibke Regenberg über 5 Anzeichen, dass Burnout-gefährdet bist

[Gastbeitrag] Burnout ist derzeit in aller Munde. Oder kennst du eine Person, die nicht direkt oder indirekt von Burnout betroffen ist? Entweder selbst als Betroffener oder als Angehöriger, Freund, Partner oder Kollege eines Betroffenen. Doch was ist das eigentlich dieses Burnout? Coachimo Coach Wibke Regenberg zeigt dir in diesem Beitrag, woran du erkennst, ob du von Burnout betroffen bist.

Ist Burnout eine Ausrede, um nicht mehr zur Arbeit gehen zu müssen oder ist Burnout eine ernstzunehmende Krankheit? Für manche ist Burnout eine Depression, für andere ein Erschöpfungssyndrom.

Laut des ICD 10 (dem Diagnoseklassifikationssystem der Medizin, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben wird) ist Burnout keine Krankheit. Burnout wird hier mit der Ziffer Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ kodiert. Da diese Ziffer lediglich in der Anlage des ICD10 gelistet ist, muss der Arzt eine weitere Kategorisierung (z.B. psychische Störungen und Verhaltensstörungen) vornehmen, um eine Krankheit zu diagnostizieren, die anschließend behandelt wird.

Wenn ich mit Menschen über Burnout spreche, finde ich häufig drei Arten von Gruppen vor: Die eine Gruppe, die sich partout nicht vorstellen kann, was ein Burnout überhaupt ist und wie man dort hineingelangen kann. Die andere Gruppe kennt bereits erste Erschöpfungszustände und hat eine Ahnung, wie sich ein Burnout anfühlen könnte. Die dritte Gruppe hat bereits eine Burnouterfahrung hinter sich und hat am eigenen Leibe den Erschöpfungszustand erfahren. Ich selbst gehöre zur letzten Gruppe. Ich weiß, was ein Burnout ist. Und du? Zur welchen Gruppe gehört du?

Falls du dich in der zweiten Gruppe wiederfindest, das heißt, falls du bereits Ansätze von Ermüdungserscheinungen kennst und dich fragst, ob du vielleicht Burnout-gefährdet bist, lies hier, welche 5 Anzeichen es gibt, an denen du erkennst, ob du eine Burnout-Tendenz hast oder nicht.

5 Warnsignale, an denen du eine Burnout-Tendenz erkennst

5 Warnsignale, an denen du eine Burnout-Tendenz erkennst

1.) Neigst du dazu, viel in deinem Kopf zu sein? Machst du dir ständig Gedanken und Sorgen? Fährt dein „Gedankenkarussell" nonstop Tag und Nacht? Hast du häufig deine To-Do-Listen im Kopf, die es abzuarbeiten gilt? Kannst du nur schwer abschalten und entspannen?

2.) Hast du häufig körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Tinnitus, Panikattacken? Ignorierst du diese Symptome und denkst dir „ach, das geht schon wieder vorbei, halb so schlimm“?

3.) Tendierst du dazu, nachts nicht richtig ein- bzw. durchschlafen zu können? Hast du häufig Schlafprobleme und liegst nachts wach? Bist du gedanklich bei all den Aufgaben, die du noch erledigen musst?

4.) Hast du einen hohen Anspruch an dich selbst, möchtest du Dinge korrekt machen und hilfst du ständig anderen Menschen? In der Arbeit, in deiner Partnerschaft, bei deinen Freunde? Fühlst du dich anschließend leer, ausgelaugt, kraftlos und erschöpft?

5.) Neigst du dazu, mehrere Projekte und Aufgaben gleichzeitig zu erledigen? Ist dir zudem das, was andere Menschen über dich denken, wichtig? Möchtest du für deine Leistung gelobt werden und Anerkennung bekommen?

Erkennst du dich in einem oder gleich mehreren Punkten wieder? Je mehr Punkte du bejahen kannst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Persönlichkeitstyp mit Burnout-Tendenz bist. Das heißt jetzt aber nicht, dass du gleich einen Burnout bekommst. Das wäre ja auch Quatsch. Wenn du dich allerdings mit den oben genannten Aussagen identifizierst, lade ich dich ein, einmal genauer bei dir hinzuschauen. Überprüfe, wie du dich selbst in Stress versetzt. Denn in meinem Verständnis brennen Menschen aus, weil sie sich ihrem (Stress)Muster nicht bewusst sind. Die meisten Menschen wissen nicht, wie sie sich selbst in Stress versetzen. Weißt du, wie du dich selbst in Stress versetzt? Denn es geht tatsächlich ganz leicht, dich selbst zu stressen: Du brauchst lediglich ein paar (negative) Gedanken und Bewertungen, Projektionen, Gefühle, die unterdrückt werden sowie Bedürfnisse, die nicht wahrgenommen und nicht gelebt werden. Und schwupps, ist die Überforderung vorprogrammiert. Denn dein Stress ist selbstgemacht. Du machst dir deinen Stress selbst. Weißt du wie?

Wie du dich selbst in Stress versetzt

Wie du dich selbst in Stress versetzt

Hast du Lust zu einer kleinen Übung? Wenn ja, besorge dir jetzt einen Stift und einen Zettel und beantworte einfach folgende Fragen. Gehe vorab gedanklich zurück zu einer stressigen Situation. Hast du die Situation vor Augen? Wunderbar, dann beantworte jetzt folgende Fragen:

  • Wie sah die Situation aus: Wo warst du, welche Personen waren anwesend, wie kam es zu der stressigen Situation? Schildere kurz den Sachverhalt.

  • Was hast du in dem Moment gedacht, als du in der stressigen Situation warst? Welche Gedanken hattest du? Schreibe nun deine Gedanken auf.

  • Was hast du gefühlt, als du in der Stresssituation warst? Konntest du ein Gefühl oder mehrere Gefühle wahrnehmen? Schreibe jetzt das Gefühl bzw. die Gefühle auf.

  • Wo genau in deinem Körper hast du das Gefühl gespürt? Konntest du Körperempfindungen wahrnehmen? Schreibe jetzt die Körperempfindungen auf und wo du das Gefühl gespürt hast.

  • Wie hast du dich in der stressigen Situation verhalten? Wie sah dein Verhalten und deine Kommunikation aus? Schreibe das jetzt auf.

  • Wie hat sich die Situation letztendlich für dich angefühlt? Wie bist du aus der Situation herausgegangen? Mit einem „guten“ oder „schlechten“ Gefühl?

  • Kannst du erkennen, welches Bedürfnis dem Ganzen zugrunde liegt? Um welches Bedürfnis ging es dir in der Situation? Und: Wie hast du dich selbst von deinem Bedürfnis abgehalten?

Ich weiß, die Übung ist nicht ganz einfach und erfordert ein sehr hohes Maß an Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion. Doch ich sage dir: Wenn du deine Mechanismen einmal verstanden hast (und damit meine ich nicht nur kognitiv, sondern vor allem körperlich und emotional erfahren hast), wirst du diese „Stress-Schleifen“ nicht mehr unbewusst drehen. Du steigst aus dem Kreislauf aus. Denn durch deine Bewusstwerdung wird dein selbstgemachter Stress nicht mehr die Kraft haben, die er vorher einmal hatte. Das wäre doch was, oder?

Wie du mehr Kontakt zu dir selbst bekommst

Wenn du dir demnach Gedanken machst, ob du nun Burnout-gefährdet bist oder nicht und dich fragst, was du jetzt ganz konkret tun kannst, um mehr Kontakt zu dir selbst zu bekommen, so mag ich dir folgende Schritte ans Herz legen:

  • Trainiere deine Achtsamkeit und deine Wahrnehmung (Achtsamkeitstraining, MBSR, Meditation etc.)

  • Lerne Entspannungstechniken (Meditation, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Hypnose, Qigong etc.)

  • Kommuniziere eigenverantwortlich (Gewaltfreie Kommunikation etc.)

  • Erfahre dein (Stress)Muster (Coaching, Gestalttherapie, Psychotherapie etc.)

Das ist nachhaltige Burnoutprävention und Gesundheitsförderung in einem. Und da soll es sicherlich für dich hingehen, richtig? Probiere die oben genannten Schritte einfach mal aus. Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei.

Zur Gastautorin Wibke Regenberg

Coachimo Coach Wibke Regenberg

Wibke Regenberg ist Burnout-Expertin und Bewusstseins-Coach. Sie unterstützt Führungskräfte und Privatpersonen darin, ihr eigenes (Stress) Muster zu erkennen und begleitet Menschen darin, ihre eigenen Ressourcen zu finden und zu stärken.

Mehr zu Wibke findest du auf ihrem Caochimo-Profil.

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