In PR steckt mehr als nur Pressearbeit

In PR steckt mehr als nur Pressearbeit

In PR steckt mehr als nur Pressearbeit

Coachimo Coach und Gastautorin Nadja Bungard erklärt in diesem Beitrag, worum es eigentlich wirklich beim Public Relation Marketing geht und wie man selbst sein Konzept für sein Unternehmen aufstellt. Jedoch nicht nur Unternehmen sollten ihre PR Arbeit gut durchdenken, auch Coaches bzw. Selbstvermarkter sollten diesen wichtigen Punkt nicht randläufig behandeln.

[Gastbeitrag]

Immer wieder stelle ich fest, dass PR allein mit Pressearbeit verbunden wird. Viele meiner Gesprächspartner gehen davon aus, dass ich meine Arbeitszeit damit verbringe, Pressemitteilungen zu schreiben und mit Journalisten zu telefonieren. Das sind aber nur zehn Prozent der Aufgaben eines PR-Verantwortlichen.

Was ist überhaupt das Ziel von PR?

Um zu verstehen, worum es genau geht, will ich das Arbeitsgebiet kurz beschreiben. PR steht ja für Public Relations. Eine der gängigen Definitionen lautet, dass sich PR mit dem Management der Kommunikation zwischen einer Institution und ihren Öffentlichkeiten beschäftigt. Das Wort Öffentlichkeiten in der Mehrzahl weist schon darauf hin, dass es nicht nur um Medien gehen kann. PR steht im weitesten Sinne dafür, ein bestimmtes Bild des Absenders in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Weiterhin geht es um gezielte Information und den Aufbau von Vertrauen. PR gelingt es damit sehr gut, eine Marke zu entwickeln und bekannt zu machen. Weniger eignet sich PR dafür, Verkaufsdruck zu erzeugen. Erst kürzlich habe ich das wieder von einer Gründerin gehört: Die Medien berichteten anlässlich einer Messe viel über ihr neues Produkt. Sie hat sich darüber sehr gefreut und wurde dann gleichzeitig enttäuscht, weil diese Form der öffentlichen Aufmerksamkeit ihr keine weiteren Umsätze beschert hat. Das verdeutlicht, dass:

  • die Maßnahme zum Ziel passen muss, weil Pressearbeit nicht primär den Absatz fördert.

  • PR eher langfristig wirkt, denn Vertrauen aufbauen braucht seine Zeit.

  • PR und Marketing-Maßnahmen sinnvoll miteinander kombiniert werden sollten.

Was sind die Aufgaben von PR?

Was sind die Aufgaben von PR PR ist mehr als Pressearbeit. Aber schon das Schreiben von Pressemitteilungen bedarf grundlegender Vorarbeit. Ich muss mir überlegen:

  • Was ist das Thema?

  • Was möchte ich über mein Unternehmen sagen?

  • An wen will ich die Meldung schicken?

Um diese Fragen sinnvoll beantworten zu können, brauche ich erst einmal ein Konzept, in dem ich festlege:

  • was mein Ziel ist,

  • wen ich erreichen will,

  • wie ich mein Unternehmen darstellen möchte,

  • welche Ressourcen ich habe, um das Ziel zu erreichen,

  • und wie ich messen will, ob ich erfolgreich war.

Das kann man sehr gut in einem Workshop erarbeiten.

Beispiele für PR-Maßnahmen

Auf Grundlage des Konzepts kann ich dann aus der Fülle der Maßnahmen die auswählen, die am besten zu meinem Ziel und den verfügbaren Ressourcen passen. Hier ein paar Beispiele:

  • In welchen Netzwerken sollte ich unbedingt präsent sein?

  • Welche Veranstaltungen und Messen sollte ich besuchen und wie trete ich da auf?

  • Wo passt es, einen Vortrag zu halten oder einen Workshop anzubieten?

  • Auf welchen Online-Plattformen sollte ich vertreten sein?

  • Will ich eigene Events organisieren? Wenn ja, zu welchem Thema?

  • Mit wem sollte ich kooperieren?

  • Kommt ein Sponsoring für mich infrage?

  • Wenn ich Mitarbeiter habe: Was muss ich für eine gelungene interne Kommunikation tun?

  • Was passt zu meinem eigenen Auftritt: Welche Inhalte und Fotos brauche ich für meine Website? Wie sollen meine Visitenkarten und Flyer aussehen?

  • Inwiefern ist Pressearbeit für mich sinnvoll?

Alle diese Maßnahmen sind dazu geeignet, ein bestimmtes Bild von meinem Unternehmen in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Voraussetzung dafür ist, dass sie sich sinnvoll ergänzen. Dafür gibt es das Konzept.

PR ist mit der Digitalisierung arbeitsintensiver geworden

PR ist mit der Digitalisierung arbeitsintensiver geworden

Bis etwa zum Jahr 2000 waren Journalisten mit die wichtigsten Kontakte, um Informationen in der Öffentlichkeit gezielt zu verbreiten. Im Zuge der Digitalisierung hat sich das verändert. Nutzer informieren sich heute auf vielen unterschiedlichen Kanälen und weniger über klassische Medien. Als PR-Verantwortliche muss ich heute zuerst herausfinden, wo sich meine Öffentlichkeiten online informieren, um sie dann dort mit passenden Inhalten zu versorgen. Hinzu kommen neue Multiplikatoren, die sogenannten Influencer.

Influencer: die neuen Multiplikatoren

Da das Internet jedem eine Stimme in der Öffentlichkeit gibt, haben sich neben Journalisten neue Multiplikatoren etabliert, die sogenannten Influencer. Häufig handelt es sich hierbei um Privatpersonen, die ein bestimmtes Thema besetzen und damit die öffentliche Meinung beeinflussen. Sie erreichen oft kleinere Öffentlichkeiten als klassische Medien. Ihre Empfehlungen werden jedoch in ihrer Community sehr ernst genommen, weil sie deren Vertrauen genießen. Influencer können Blogger, YouTuber, Instagramer... sein. Ich habe in diesem Jahr eine Konferenz zu dem Thema besucht und im Blog vom Marketing Club Berlin darüber berichtet. Um die für das eigene Unternehmen passenden Influencer zu finden, braucht man etwas an Knowhow aus dem Online-Marketing.

Themen setzen und Content erarbeiten

Der Online-Bereich ist also ein sehr wichtiger Arbeitsbereich für die PR geworden. Es ist ein weiteres Feld, um seine Themen zu platzieren. Und hier gibt es viele Überschneidungen mit Arbeitsbereichen des Online-Marketing. Beispielsweise setzt die Suchmaschinenoptimierung (SEO) immer mehr auf nutzerrelevanten Content. Die Produktion von guten Inhalten ist klassisches PR-Handwerk. Gute PR-Leute beherrschen die gesamte Klaviatur des journalistischen Schreibens und haben damit auch ein Händchen für Texte, die Nutzer gern lesen. Das heißt, sie können nicht nur Nachrichtentexte für Pressemitteilung schreiben, sondern schaffen es auch, spannende Geschichten zu erzählen, die sich bei Lesern besser einprägen – Stichwort Storytelling. Das Internet bietet außerdem die Möglichkeit, diese Geschichten multimedial aufzubereiten, also nicht nur Text und Bild, sondern auch die Tonspur und Bewegtbild mitzuliefern. Hier hätten wir die Verbindung zur Grafik, die für gute PR ebenfalls mit ins Boot gehört.

Social Media

Da der Dialog mit wichtigen Öffentlichkeiten eine Kernaufgabe von PR ist, gehört die Betreuung von Social Media Kanälen des Unternehmens inzwischen mit zu den Aufgaben. Hier besteht nicht nur die Möglichkeit, eigene Inhalte noch einmal zu teilen, sondern auch mit interessierten Öffentlichkeiten ins Gespräch zu kommen und wertvolles Feedback zu erhalten. Wer schon einmal eine Facebook-Seite, einen Twitter-Kanal oder Ähnliches betreut hat, weiß, dass diese Aufgabe arbeitsintensiv ist und eigentlich eine Betreuung 24/7 bedeutet.

Zur Autorin Nadja Bungard

Coachimo Coach Nadja Bungard

Nadja Bungard ist Inhaberin der startbox Unternehmensberatung. Sie unterstützt Gründer in Workshops und mit Beratung dabei, ihr Unternehmen online und offline bekannt zu machen. Mit dem Event medien-sprechstunde bietet sie einmal monatlich Experten-Tipps zu digitalen Themen.

Mehr zu Nadja findest du auf ihrem Coachimo-Profil.

Nadja hat auch einen tollen Life Hack für unseren Adventskalender geschrieben. Wie finde ich den Content der zu mir passt? Schau doch auch mal dort vorbei!

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