Das Geheimnis eines erfolgreichen TED Talks liegt in der Vorbereitung

Das Geheimnis eines erfolgreichen TED Talks liegt in der Vorbereitung

Karin Heinzl

Sie ist Entrepreneurin, Redenschreiberin, Mentorin. Karin ist ein Allroundtalent, Österreicherin und obendrauf ausgesprochen sympathisch. Wir haben uns mit der Gründerin von MentorMe getroffen und über das professionelle Redenschreiben gesprochen. Wie genau man das macht, könnt ihr in unserem Interview nachlesen.

Liebe Karin, stell dich und dein Projekt doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Karin Heinzl. Ich bin 33 Jahre, komme aus Österreich und wohne seit sechs Jahren in Berlin. Anfang 2015 habe ich gedanklich MentorMe gegründet. Dabei handelt es sich um ein berufliches Mentoring-Programm für Studentinnen sozial- und geisteswissenschaftlicher Studien. Seit Oktober 2015 sind wir offiziell am Start: Mit meinem zehnköpfigen Team bieten wir nun 53 Mentoring-Teams individuelles Mentoring, Networking-Veranstaltungen und ein Blended-Learning Programm an.

Wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Fast alles, was ich zuvor gemacht habe, hat mich auf diese Aufgabe vorbereitet. Zum Beispiel habe ich in den USA studiert und dort Leadership-Kurse belegt. Ich habe in der Politik ein Mentoring-Programm für Frauen mitorganisiert. In Indien habe ich Workshops zu „Women & Empowerment“ und „Leadership Styles“ gegeben. Ich war jahrelang im Hochschulwesen und in der Erwachsenenbildung tätig und habe so viele hunderte Studierende betreut. All das und noch viel mehr hat den Weg bereitet für das, was ich nun mit MentorMe mache.

Auch auf deinem Coachimo-Profil kann man sehen, wie viel du schon gemacht hast. Ein Wissensgebiet finde ich dabei besonders spannend: Du zeigst anderen, wie man Reden schreibt. Wie bist du dazu gekommen?

„Redenschreiben“ war an der George Washington University in den USA, wo ich Political Management studiert habe, nicht nur eines der Fächer das ich belegte, sondern eines meiner Lieblingsfächer. Natürlich habe ich hier und da immer wieder privat Reden gehalten aber beruflich bin ich darauf zurückgekommen, als ich „Redenschreiben“ für die Virtuelle Akademie der Friedrich Naumann Stiftung unterrichtete.

Wann brauche ich eine Rede und was ist das Besondere daran?

Jede Gelegenheit, in einer größeren Runde oder vor Publikum zu sprechen, eröffnet die Möglichkeit, dies professionell zu tun – und das spiegelt sich in einer vorgefertigten Rede wider. Das Besondere am Redenschreiben ist, den Zuhörern eine Message mitgeben zu können. Letztendlich ist es doch auch immer auch ein Geschenk und eine Chance, vor vielen Menschen sprechen zu dürfen. Deshalb sollte es professionell angegangen werden.

Karin Heinzl

Wie sollte eine Rede strukturiert sein?

Jede Rede sollte einen Anfangs-, Mittel-, und Endteil haben. Anders ausgedrückt kann man einer Rede Struktur geben und somit den Zuhörern das Zuhören erleichtern, indem man folgende einfache Regel befolgt:

  • Sag’ deinem Publikum, was du ihm sagen wirst,
  • sag’ es dem Publikum und
  • sag’, was du dem Publikum gerade gesagt hast.

Davon abgesehen gilt: Der Einstieg ist, neben dem Schluss, der wichtigste Teil der Rede. Denn am Anfang geht es darum, das Interesse für die eigene Person und die Anliegen zu wecken. Im Mittelteil der Rede sollten inhaltliche Stärken und Wissen ausformuliert werden; am besten mittels Erfahrungen oder Anekdoten aus dem eigenen Leben. Hier erwarten die Zuhörer auch Erklärungen und Erläuterungen. Allerdings auch nicht zu viele, denn selbst sehr aufmerksame Zuhörer können sich vieles nicht merken. Für die Formulierungen am Ende der Rede sollte noch einmal das Ziel der Rede fokussiert werden, denn an dieser Stelle sollte das Ziel ganz deutlich „rüberkommen“ - entweder in einer direkten Formulierung oder durch eine Zusammenfassung der inhaltlichen Aspekte, die vorher präsentiert wurden.

Wie wichtig ist das Storytelling in einer Rede und wie kann ich es integrieren?

Menschen lieben es, gute Geschichten erzählt zu bekommen. Die meisten von uns haben Geschichten bereits als Kinder von den Eltern vorgelesen bekommen. Storytelling in Reden ist sehr wichtig, auch weil es das Publikum „halten“ kann, Spannung erzeugt und Interesse generiert. Ich empfehle jedem, der eine Rede schreibt, zunächst Antworten auf folgende Fragen zu finden. Erstens: „Was will ich im Kern meinen Zuhörern mitgeben?“ Zweitens: „Was ist meine Kernmessage?“ Davon ausgehend sollte die Kernmessage durch Anekdoten und Geschichten ausgeschmückt werden. Ich höre immer wieder Reden, die unpersönlich sind. Dabei sind es genau diese persönlichen Geschichten, an denen die Leute interessiert sind. Deshalb: Scheue dich nicht, dich selbst und das eigene Erlebte mit in die Rede einzubauen und so ein Storytelling um die Kernmessage zu kreieren.

Karin Heinzl

Was ist der Unterschied zwischen einer Rede und einem Pitch?

Ein Pitch verfolgt das Ziel, etwas zu „verkaufen“. Reden können vielfältige Ziele haben; sei es zum Beispiel eine Handlungsaufforderung oder eine Danksagung auszusprechen oder einen Motivationsschub zu erzeugen.

Das aus den USA stammende Format TED Talk ist inzwischen sehr populär. Dabei stehen Persönlichkeiten auf der Bühne und erzählen entweder über ihre eigene Geschichte oder über ein spezielles Thema. Warum glaubst du sind die TED Talks so erfolgreich?

Fast jeder, der bei TED auf die Bühne gelassen wird, hat nicht nur eine interessante Sache zu präsentieren, sondern unterzieht sich zuvor einer Betreuung und/oder einem Training; und zwar in Form von Unterstützung beim Schreiben der Rede oder einer Hilfestellung bei der nonverbalen Kommunikation. TED Speaker setzen auch ganz stark in ihren Reden auf die Faktoren Storytelling, Humor und Selbstdarstellung – und das zieht.

Welche 3 Hashtags beschreiben dich und dein Coaching am besten?

IndividuellesFeedback, fördern&fordern, empathisch

Vielen Dank Karin, für das Interview!

Hier findest du Karins Coachimo-Profil.