Warum Frauen zukünftig die Unternehmenswelt dominieren werden

Warum Frauen zukünftig die Unternehmenswelt dominieren werden

Coachimo Blog Warum Frauen künftig in der Unternehmenswelt dominieren werden

[Gastbeitrag] Neulich im Coaching: Eine Frau erzählt mir davon, dass sie keine Stärken hat und eigentlich gar nichts so richtig kann. Sie ist nicht die erste in diesem Jahr. Viele Klientinnen, die ich habe, kommen mit einer ähnlichen Problemstellung: sie haben keine richtigen Stärken und interessieren sich für nichts so richtig.

Bei der ersten Klientin, die mit diesem Thema zu mir kam, hat es mich noch an mich selbst erinnert. Wie ich nie wusste, was ich eigentlich machen möchte, wie ich immer sehr offen an neue Themenstellungen herangegangen bin, weil mich alles ein bisschen und nichts so richtig interessierte. Wie ich mich gefühlt habe, als sei ich es, die komisch ist, weil ich irgendwie keine Ambitionen habe und nicht weiß was ich will.

Nach zahlreichen Klientinnen mit diesem Thema bin ich einfach nur noch wütend: Wie kann es sein, dass wir uns in einer Unternehmenswelt bewegen, in der soziale Kompetenz nicht wahrgenommen und wertgeschätzt wird? Es ist ein Thema, dass die gesamte Gesellschaft in zwei Klassen unterteilt: entweder du kannst was, dann wirst du gut bezahlt, oder du bist ‘nur sozial kompetent’, dann verdienst du richtig schlecht, aber hast gutes Karma. Das kann so nicht weitergehen! Wir brauchen Gleichberechtigung und sie muss von allen Seiten gefordert werden.

Diese unterschätzte soziale Kompetenz ist ganz einfach ein Symptom fehlender Gleichberechtigung. Und das Schlimme ist, Menschen - oft Männer im Kontext Unternehmenswelt - bemerken überhaupt nichts von alldem. Wenn man ihnen sagt, in welcher Form man als Frau am Arbeitsplatz diskriminiert wird, kommen häufig Kommentare wie “Ja, aber das ist ja nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil…. - sie so klein ist, - sie aus dem Ausland kommt, - weil sie leise spricht, - weil sie später dazu kam usw. Und so wie es auch ist, wenn man im Ausland mit einer fremden Währung kein Gefühl für den Wert des Geldes hat, so ist es auch mit der sozialen Kompetenz. Wer sie nicht hat, hat kein Gefühl dafür, was man damit alles machen kann und wofür man sie braucht.

Warum soziale Kompetenz deine größte Stärke ist

Coachimo Blog Soziale Kompetenz bei Frauen

Soziale Kompetenz geht stark einher mit Empathiefähigkeit und Kommunikationskompetenz. Wer sich in andere Menschen einfühlen, wirklich zuhören und auf andere eingehen kann, hat etwas, das nicht jeder hat. Viele Menschen scheitern an diesen Themen. Man kann sie zwar irgendwie lernen, aber wenn man mit dem Leben beschäftigt ist und kein Vollzeit-Studium investieren möchte, wird es sehr schwer - und ein langer Prozess noch dazu.

In einer Studie zum Thema Netzwerkanalyse wurde herausgefunden, dass Führungskräfte, die ihren Teammitgliedern aufmerksam zuhören, ihnen ihre volle Aufmerksamkeit schenken und positive Rückfragen stellen statt zu kritisieren, die motiviertesten Mitarbeiter haben. Mit Menschen, die nicht richtig zuhören, einen nicht zu Wort kommen lassen und einen dann auch noch kritisieren, möchte man einfach nichts zu tun haben. Über 60% der Mitarbeiter verlassen nicht ihr Unternehmen, sondern ihre Führungskraft. Eines der dringendsten Probleme ist der Fachkräftemangel. Umso wichtiger sind Führungskräfte, die Mitarbeiter*innen motivieren und ihnen Energie schenken. Und genau da kommen deine Softskills ins Spiel!

Sozial kompetente Führungskräfte sind einfach besser

In vielen Unternehmen gibt es sehr viele Manager und sehr wenige echte Führungskräfte. In einer Welt, die aufgrund der steigenden Komplexität immer weniger planbar wird, werden die Pläne die Manager machen, immer irrelevanter. Wichtiger ist es, Menschen dazu zu befähigen selbstständig - auch unter Ungewissheit - Entscheidungen zu treffen, miteinander zu reden, Konflikte zu lösen und sich selbst koordiniert Ziele zu setzen. Eine hohe soziale Kompetenz ist die Schlüsselqualifikation, die eine Führungskraft einen großartigen Job machen lässt. In einer Studie, die 2014 veröffentlicht wurde, hat sich gezeigt, dass ‘weibliche Führung’ letztlich zu höheren Umsätzen führt. Eine transparente Kommunikation, kollaboratives Verhalten, fürsorgliche Beziehungspflege und Respekt führen letztlich zu einem positiven externen Brandingeffekt, der dafür sorgt, dass Kunden das Unternehmen positiv und zuverlässig wahrnehmen.

Und letztlich überzeugen auch Unternehmerinnen mit ihrem Führungsstil - Unternehmen, die von Frauen geführt werden, sind dreimal erfolgreicher als die S&P 500. Insbesondere bei Investoren ist das leider noch nicht durchgehend angekommen, so dass die persönlichen Stärken umso mehr betont werden müssen - denn Frauen übernehmen hier ganz klar die Führung. Auch in vielen anderen Bereichen, die bisher eher männlich dominiert waren, bringt soziale Kompetenz den nötigen drive rein, den es braucht, um einen Schritt nach vorne zu machen. IT-Abteilungen zum Beispiel. Agile Coaches zum Beispiel brauchen eine hohe soziale Kompetenz um die Reibungsverluste, die in diesen Teams häufig entstehen, auszugleichen. Weitere tolle Berufsfelder sind Projekt- und Innovationsmanagement, Design Thinking Coaches, Coach, Trainer, Personalentwickler, Product Manager und alles was mit einem guten Kundenverständnis zusammenhängt z.B. Design und Produktentwicklung.

Der fehlende Plan ist deine große Stärke

Coachimo Blog Frauen werden künftig die Unternehmenswelt dominieren

Nachdem ich meine Coaching-Ausbildung abgeschlossen hatte fragte mich ein Kollege nach welchen Kriterien ich die Ausbildung abgeschlossen hatte. Ich fühlte mich ertappt. Gar keine wahr die ehrliche Antwort. Ich hatte mir auch keine Gedanken dazu gemacht, was ich später damit machen wollte. Ich hatte damals den Wunsch mich weiterzuentwickeln und die Ausbildung hörte sich genau nach dem passenden Ding an.

Heute weiß ich, dass ich schon immer nach dem Effectuation-Prinzip gehandelt habe. Trotz ungewisser Umstände treffe ich erfolgreiche Entscheidungen, für die ich keine hart ausgearbeitete strategische Planung brauche. Ich packe jeden Zufall beim Schopf, überlege mir, welche kleine Veränderung mein leistbarer Verlust ist, der mich nach Vorne bringt, schaue was ich schon habe und wen ich kenne. Und ich höre auch meinen inneren Kompass. Ich verbünde mich nicht mit Menschen, die ich nicht mag. Auch das ist eine Stärke, die mich sehr zufrieden macht. Mein Mentor, der mittlerweile am Ende seiner Karriere steht, sagte mir kürzlich, dass er keine Lust mehr hat, sich mit Ar****löchern rumzuärgern. Diese Einsicht hat 40 Jahre Berufserfahrung gebraucht. Ich handle schon heute nach meinen Prinzipien. Und so sind auch deine beruflichen Entscheidungen genau auf deinem Weg - ganz ohne Plan.

Über die Autorin Lea Böhm

Coachimo Coach Lea Böhm

Lea ist Gründerin von AllesRoger - New Work Facilitator. Sie ist Mentorin, coacht zu Themen rund um die Karriereentwicklung, begleitet Führungskräfte und entwickelt Teams.

Mehr zu Lea findest du auf ihrem Coachimo-Profil

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