So funktioniert erfolgreiches Online-Marketing – Interview mit Nicolai Fleckenstein

So funktioniert erfolgreiches Online-Marketing – Interview mit Nicolai Fleckenstein

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Nicolai Fleckenstein ist unter dem Label „Her(r) mit Ideen!“ als Freelancer für Online-Marketing in Berlin unterwegs. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Social Media, Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Webdesign. Im Gespräch mit Coachimo erklärt er, was gutes Online-Marketing ausmacht, worauf es bei einer erfolgreichen SEO-Strategie ankommt und welche Tools jeder Online-Marketing-Experte kennen (und nutzen) sollte. Du möchtest mehr über Nicolai erfahren? Hier geht es zu seinem Coachimo-Profil.

Nicolai, stell dich doch erst einmal kurz vor. Wie bist du zum Online-Marketing gekommen?

Interessiert am Thema „Internet“ bin ich schon sehr lange – meine erste eigene Website habe ich schon 1998 als 16-Jähriger programmiert. Besonders fasziniert hat mich später das Aufkommen der sozialen Medien und damit der endgültige Bruch des bisherigen „Sender => Empfänger“-Modells. Plötzlich war es für jeden möglich, ein Publikum zu generieren. Das war schon sehr fantastisch. Mit dem Thema SEO habe ich mich dann erstmals vor fünf Jahren im Rahmen einer Weiterbildung befasst. Seit 2013 bin ich zudem regelmäßiger Dozent und Coach am Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ). Dort halte ich Workshops für SEO und Social Media und begleite in diesen Bereichen auch neue Medienprojekte im Entwicklungsstadium.

Du bist unter anderem SEO-Experte. Was macht einen guten SEO-Experten aus?

Google hat in den vergangenen Jahren zwar eine enorme Entwicklung durchgemacht – weg von rein keywordbasierten Suchalgorithmen hin zur semantischen Verarbeitung. Das bedeutet, dass die Suchmaschine nicht mehr nur rein auf Schlagworte achtet, sondern zunehmend sprachliche und inhaltliche Zusammenhänge erkennt. Das muss entsprechend auch ein SEO-Experte können. Idealerweise hat er daher redaktionelle Kenntnisse wie auch einen Informatik-Hintergrund zur Umsetzung der technischen SEO-Faktoren. Vor allem aber sollte er meiner Meinung nach wissen, dass die Ausrichtung der Website auf Benutzerfreundlichkeit über allem zu stehen hat. Denn was nutzt ein gutes Ranking, wenn sich der Besucher auf der Website nicht zurecht findet oder nicht angesprochen fühlt und sofort wieder abspringt? Zumal das Nutzerverhalten auch ein SEO-Faktor ist.

Schauen wir uns zunächst einmal das Thema „Keywords“ an. Wie sieht das optimale Keyword aus, das meine Website im Google-Ranking unter die Top-Suchergebnisse – also auf Seite 1 – katapultiert?

Zunächst einmal sollte man realistisch bleiben. Mit generischen Keywords wie „Kredit“ oder „Versicherung“ auf Seite 1 zu kommen, ist ein schwieriges Unterfangen, zumal sich dort auch Platzhirsche mit einem hohen Domainalter (das ebenfalls ein Rankingfaktor ist) tummeln. Daher kann es sinnvoll sein, sich auf sogenannte Long Tail Keywords zu fokussieren. Das sind beispielsweise Keywords mit geografischer Angabe wie „Kreditvergabe Berlin“ oder sehr spezifische Keywords wie „Kredite für Firmengründer“. Das ist im Übrigen auch deshalb sinnvoll, weil solche Keywords eher das Suchverhalten der Nutzer widerspiegeln. Außerdem sollte man nicht versuchen, eine (Unter-)Seite auf zu viele Keywords zu optimieren, das geht in die Hose. Erfolgsversprechender ist es, sich zunächst ein paar Gedanken zu machen, welche die relevanten Keywords sind – und genau diese dann zu stärken.

Worauf sollte ich mit Blick auf den Inhalt achten?

Inhaltlich ist es wichtig, dass die Texte nicht zu kurz sind und die wesentlichen Informationen beinhalten. Insbesondere auf der Startseite sollte SEO-relevanter Text vorhanden sein, denn die Startseite ist die wichtigste Seite einer Website. Und selbstverständlich ist Copy & Paste tabu – findet Google den selben Inhalt noch woanders, wird abgestraft. Eine ordentliche Gliederung in Form von Überschriften und Zwischenüberschriften gehört ebenfalls dazu. Und selbstverständlich sauber gepflegte Metadaten – sowohl für die Seiten selbst, als auch für eingebundene Medien wie Bilder oder PDF-Dokumente.

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Welche weiteren Aspekte sind bei der Suchmaschinenoptimierung relevant?

Ein Muss sind sprechende URLs, die die wichtigsten Keywords beinhalten. Es ist also beispielsweise besser, den Seitenpfad„www.website.de/kreditvergabe-fuer-gruender“ zu nennen als „www.website.de/page-id=234“. Zudem muss auch die technische Grundkonfiguration der Seite stimmen: Es muss eine valide Programmierung vorliegen, die korrekte Seitensprache im Quellcode angegeben und eine Sitemap eingerichtet, um nur einige Beispiele zu nennen. Und schließlich spielen nicht nur Faktoren auf der Website selbst eine Rollen, sondern auch Signale von außerhalb. Dabei geht es etwa um die Frage, wie oft die Seite von externen Seiten verlinkt ist oder von wem und wie oft sie in sozialen Netzwerken geteilt wird.

Gibt es Besonderheiten, die ich beachten muss, damit meine mobile Webseite gut gefunden wird?

Technisch wird aktuell sehr viel Wert auf Responsive Design gelegt. Im vergangenen Jahr gab es von Google eine „Mobiloffensive“, in deren Rahmen die Anzeigbarkeit auf mobilen Devices als Rankingfaktor massiv aufgewertet wurde. Damit trägt man dem Trend wachsender Zugriffszahlen über Tablets und Smartphones Rechnung. Auch das Thema Ladezeiten spielt dementsprechend inzwischen eine sehr große Rolle. Darauf sollte man also unbedingt ein Augenmerk legen.

Kannst du Tools empfehlen, die mich bei der Optimierung meiner Webseite unterstützen?

Die meisten wichtigen Tools werden von Google selbst bereitgestellt – man muss nur wissen, wo sie sind. An erster Stelle sind die Webmaster Tools zu nennen. Diese liefern, nachdem man seine Website dort registriert hat, wichtige Daten darüber, wie Google die Seite sieht, weisen auf Fehler hin, prüfen die Sitemap oder liefern Angaben zu Backlinks. Zur Suche von passenden Keywords bietet sich der Keyword Planner von Google AdWords an. Dieser ist zwar in erster Linie für die Erstellung von Ads auf der Suchmaschine gedacht, kann aber kostenfrei auch für die Keywordrecherche genutzt werden. Er liefert ldeen für themenverwandte Keywords und gibt einen Überblick über die entsprechenden Suchvolumina. Auch sehr sinnvoll ist Page Speed Insights, das Google ebenfalls bereitstellt. Hier kann man testen, wie die eigene Website in Sachen Ladezeit abschneidet. Häufig empfiehlt das Tool die Optimierung von Bildern, CSS oder JavaScript. Die optimierten Dateien liefert Page Speed Insights komfortabel als Download dann gleich mit.Und wer sich anschauen will, wie die Seite auf verschiedenen Bildschirmgrößen aussieht, ohne jedesmal direkt zwischen PC, Tablet und Smartphone zu wechseln, dem sei unter Mozilla Firefox mal die Tastenkombination [Strg]+[Shift]+[M] empfohlen.

Viele nutzen sogenannte Content Management Systeme (CMS). Welches CMS ist das beste, um auf Google gefunden zu werden und warum?

Ich arbeite nicht umsonst sehr gerne mit WordPress. Dieses CMS bringt von Haus aus schon eine ordentliche technische SEO-Grundkonfiguration mit. Darüber hinaus gibt es mit All-in-One SEO oder Yoast zwei sehr mächtige Plugins, mit denen sich sowohl technische als auch inhaltliche Stellschrauben sehr effektiv verwalten lassen. Im Übrigen bezeichnete selbst Matt Cutts vom Google Search Quality Team WordPress als eine „fantastische Wahl“ für suchmaschinenfreundliche Websites.

Welche drei Hashtags beschreiben dich und dein Coaching am besten?

passionforseo, learningbydoing, wissenmachtah (ok, der ist geklaut aber halt einfach gut! ☺ )